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<title>Dan Hauenstein</title>
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<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Dan Hauenstein</span></h1>
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</div>
<div id="mw-content-text" class="mw-body-content mw-content-ltr" lang="de" dir="ltr"><div class="mw-content-ltr mw-parser-output" lang="de" dir="ltr"><p><b>Dan Hauenstein</b> (* <a href="24._August" title="24. August">24. August</a> <a href="1894" title="1894">1894</a> in <a href="M%C3%BChlheim_am_Main" title="Mühlheim am Main">Mühlheim am Main</a>; † <a href="19._September" title="19. September">19. September</a> <a href="1978" title="1978">1978</a> in <a href="Bad_Orb" title="Bad Orb">Bad Orb</a>) war ein deutscher <a href="Malerei" title="Malerei">Maler</a> und <a href="Bildhauer" class="mw-redirect" title="Bildhauer">Bildhauer</a>.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Ausbildung">Ausbildung</h2></div>
<p>Daniel Hauenstein, später Dan genannt, war Sohn eines <a href="Schneider" title="Schneider">Dorfschneidermeisters</a>. Er wurde in Mühlheim am Main geboren.
Seine künstlerische Ausbildung begann er an der 1832 gegründeten Hochschule für <a href="Gestaltung" title="Gestaltung">Gestaltung</a> in <a href="Offenbach_am_Main" title="Offenbach am Main">Offenbach am Main</a> (damals „Technischen Lehranstalt“). Dann setzte er das Studium an der <a href="Staatliche_Hochschule_f%C3%BCr_Bildende_K%C3%BCnste_-_St%C3%A4delschule" class="mw-redirect" title="Staatliche Hochschule für Bildende Künste - Städelschule"> Staatlichen Hochschule für Bildende Künste</a> in <a href="Frankfurt_am_Main" title="Frankfurt am Main">Frankfurt</a> (damals noch „<a href="St%C3%A4delsches_Kunstinstitut" title="Städelsches Kunstinstitut">Städelschule</a>“) fort. Hauenstein studierte zunächst <a href="Malerei" title="Malerei">Malerei</a>, später wechselte er zur Bildhauerei. Bleibenden Eindruck und Prägung im Schaffen des späteren Bildhauers Dan Hauenstein hinterließ die Zeit als Assistent des Bildhauers an der Städelschule, <a href="Carl_Stock_(K%C3%BCnstler)" title="Carl Stock (Künstler)">Carl Stock</a> (1876–1945).
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Werdegang_und_künstlerisches_Schaffen"><span id="Werdegang_und_k.C3.BCnstlerisches_Schaffen"></span>Werdegang und künstlerisches Schaffen</h2></div>
<p>Eine <a href="Z%C3%A4sur" title="Zäsur">Zäsur</a> in der künstlerischen Entwicklung brachten die Kriegsjahre (1914–1918), die Dan Hauenstein an der Front verbrachte. Die allgemeine wirtschaftliche Einschränkung der Nachkriegsjahre zwang Dan Hauenstein dann, zunächst eine <a href="Kunstgewerbe" title="Kunstgewerbe">kunstgewerbliche</a> Tätigkeit aufzunehmen: Er eröffnete in <a href="Hanau" title="Hanau">Hanau</a> einen <a href="Steinmetz" title="Steinmetz">Steinmetzbetrieb</a>, der auf <a href="Grabstein" title="Grabstein">Grabsteine</a> und Ähnliches spezialisiert war. Seine kreativen Fähigkeiten übertrug er auf den Bereich der Grabsteingestaltung. Das lenkte bald viel Aufmerksamkeit auf ihn und ließ sein Unternehmen in den 1920er und 1930er Jahren prosperieren.
Sein latenter Wunsch, sich ganz als freischaffender Bildhauer zu betätigen, fand 1937 durch einen Besuch der <a href="Gro%C3%9Fe_Deutsche_Kunstausstellung" title="Große Deutsche Kunstausstellung">Großen Deutschen Kunstausstellung</a> in <a href="M%C3%BCnchen" title="München">München</a> einen Durchbruch. Er sagte selbst dazu: „Es ließ sich eine innere Stimme nicht mehr unterdrücken: Hier musst auch du mitarbeiten, hier musst auch du einen Platz finden, und wenn er auch noch so bescheiden sein möge.“<sup id="cite_ref-1" class="reference"><a href="#cite_note-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>In der <a href="Zeit_des_Nationalsozialismus" title="Zeit des Nationalsozialismus">Zeit des Nationalsozialismus</a> war Hauenstein Mitglied der <a href="Reichskammer_der_bildenden_K%C3%BCnste" title="Reichskammer der bildenden Künste">Reichskammer der bildenden Künste</a>. Unter anderem war er 1940, 1942, 1943 und 1944 auf der Große Deutsche Kunstausstellung in München mit insgesamt zehn Plastiken vertreten, darunter 1942 mit einer Porträtbüste von <a href="Werner_M%C3%B6lders" title="Werner Mölders">Werner Mölders</a><sup id="cite_ref-2" class="reference"><a href="#cite_note-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> und 1943 mit einer Porträtbüste <i>Der <a href="Grenadiere" title="Grenadiere">Grenadier</a></i><sup id="cite_ref-3" class="reference"><a href="#cite_note-3"><span class="cite-bracket">[</span>3<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>. 1942 stellte er in einer vom Geschichtsverein Hanau organisierten Ausstellung im neu errichteten Stadtmuseum bereits in mehreren Räumen aus.<sup id="cite_ref-4" class="reference"><a href="#cite_note-4"><span class="cite-bracket">[</span>4<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
1944 richteten sich Hauenstein und sein Künstlerfreund, der Maler <a href="August_Peukert" title="August Peukert">August Peukert</a>, die nahende Kriegsfront im Auge, Künstlerateliers in Bad Orb ein, im ruhigen Spessart. Da im Januar 1945 Hauensteins Werkstatt in Hanau und kurz darauf auch seine Wohnung zerstört wurden, wurde Bad Orb zu seiner neuen Heimat, der er bis zu seinem Tode treu blieb.
Anfang der 1950er Jahre entwickelte sich zwischen Hauenstein und der <a href="Rosenthal_(Unternehmen)" title="Rosenthal (Unternehmen)">Porzellanmanufaktur Rosenthal</a> eine fruchtbare Zusammenarbeit. Drei seiner kleineren Figuren, die „Feedback geben <a href="Sibylle_(Prophetin)" title="Sibylle (Prophetin)">Sybill</a>“, „Marienkinder“ und „<a href="Hans_im_Gl%C3%BCck" title="Hans im Glück">Hans im Glück</a>“, wurden auch in Porzellan ausgeführt, ebenso die 70 cm große „Maria mit Jesuskind“.
Zahlreiche Bildnisbüsten von Industriellen, Ärzten und Wissenschaftlern, ebenso wie von Orber Bürgern und Freunden entstanden in dieser Zeit. Hier wären die für die <a href="Alte_Leipziger_%E2%80%93_Hallesche" title="Alte Leipziger – Hallesche">Alte Leipziger Versicherung</a> in Frankfurt geschaffenen Plastiken zu nennen (der Kopf des Gründers J. F. A. Olearius und ein Krieger-Ehrenmal für die gefallenen Mitarbeiter). Hauensteins <a href="B%C3%BCste" title="Büste">Büsten</a> und <a href="Relief" title="Relief">Reliefs</a> <a href="Albert_Schweitzer" title="Albert Schweitzer">Albert Schweitzers</a> erfreuten sich einer besonderen Verbreitung. Sie fanden Eingang in zahlreichen Schulen in ganz Deutschland, die nach diesem berühmten Wohltäter und <a href="Philanthropie" title="Philanthropie">Menschenfreund</a> benannt sind (z. B. <a href="Berlin" title="Berlin">Berlin</a>, Frankfurt, <a href="L%C3%BCdenscheid" title="Lüdenscheid">Lüdenscheid</a>, <a href="Offenbach_am_Main" title="Offenbach am Main">Offenbach am Main</a> und <a href="Osnabr%C3%BCck" title="Osnabrück">Osnabrück</a>). Viele seiner Werke zieren bis heute die Orber Innenstadt, u. a. die vom <a href="Kunstschmied" title="Kunstschmied">Kunstschmied</a> Heiner Desch ausgeführten Brückengeländer über den Orbbach am Quellenring oder die Bronzeplastik „Ewiges Paar“ mit zwei <a href="Albatrosse" title="Albatrosse">Albatrossen</a> auf einer Kugel vor der <a href="Realschule" title="Realschule">Realschule</a> Bad Orb.
</p><p>Auch die Kunst am Bau mit <a href="Wandmalerei" title="Wandmalerei">Wandmalereien</a>, <a href="Sgraffito" title="Sgraffito">Sgraffiti</a>, <a href="Mosaik" title="Mosaik">Mosaiken</a> und <a href="Relief" title="Relief">Wandreliefs</a> gehörten zu Dan Hauensteins Domäne. Sie sind an einigen Orber Häusern, am Brunnenhaus der Philippsquelle in Bad Orb oder als großes Steinrelief am Eingang zur <a href="Trauerhalle" title="Trauerhalle">Trauerhalle</a> des Hanauer <a href="Friedhof" title="Friedhof">Friedhofs</a> zu bewundern.
Die Vielfalt von Hauensteins Gestaltungsarten spannt einen weiten Bogen, der von Vorbildern wie <a href="Ernst_Barlach" title="Ernst Barlach">Ernst Barlach</a> über <a href="Georg_Kolbe" title="Georg Kolbe">Georg Kolbe</a> und <a href="Wilhelm_Lehmbruck" title="Wilhelm Lehmbruck">Wilhelm Lehmbruck</a> bis zu seinen Zeitgenossen <a href="Josef_Thorak" title="Josef Thorak">Josef Thorak</a> und <a href="Fritz_Klimsch" title="Fritz Klimsch">Fritz Klimsch</a> reicht. Grundsätzlich bleibt er dem Realen und dem körperlich Erkennbaren verpflichtet. Seine Figuren werden z. T. „als Schwereloses, fast Schwebendes“ beschrieben.<sup id="cite_ref-5" class="reference"><a href="#cite_note-5"><span class="cite-bracket">[</span>5<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Werke_(Auswahl)"><span id="Werke_.28Auswahl.29"></span>Werke (Auswahl)</h2></div>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Skulpturen">Skulpturen</h3></div>
<ul><li>„Adler“,</li>
<li>„Albatros“,</li>
<li>„Aschenputtel“, (Brüder-Grimm-Märchenzyklus)</li>
<li>„Bäumendes Pferd“,</li>
<li>„Begine mit Kind“,</li>
<li>„Begine mit Kindern“,</li>
<li>„Behütetes Leben“, Großplastik vor dem Albert-Schweitzer-Krankenhaus in Northeim</li>
<li>„Britta-Porträt“,</li>
<li>„Die Zeit“,</li>
<li>„Drei Pelikane“,</li>
<li>„Entrückung“, (unvollendet)<sup id="cite_ref-6" class="reference"><a href="#cite_note-6"><span class="cite-bracket">[</span>6<span class="cite-bracket">]</span></a></sup></li>
<li>„Ewiges Paar“, (zwei Möwen) Bronzeplastik vor Realschule in Bad Orb</li>
<li>„Fohlen“,</li>
<li>„Froschkönigin“, (Brüder-Grimm-Märchenzyklus)</li>
<li>„Gartenbauarchitekt Oberüber“,</li>
<li>„Grenadier“,</li>
<li>„Hans im Glück“, (Brüder-Grimm-Märchenzyklus)</li>
<li>„Jagende Pferde“,</li>
<li>„Johann Friedrich August Olearius“,</li>
<li>„Jugendführerin“,</li>
<li>„Läufer“,</li>
<li>„Maria mit Jesuskind“,</li>
<li>„Marienkinder“,</li>
<li>„Mein Sohn“,</li>
<li>„Mutterkreuzträgerin“,</li>
<li>„Oberst Mölders“,</li>
<li>„Pferdeköpfe“,</li>
<li>„Ruhende mit Pferden“,</li>
<li>„Schulbubentrio“,</li>
<li>„Schwan“,</li>
<li>„Sybill“,</li>
<li>„Trauernde“.</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Steinreliefe">Steinreliefe</h3></div>
<p>„Memento vivere memento mori“
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Literatur">Literatur</h2></div>
<p>1. Leonhard Tomczyk: „Der Bildhauer Dan Hauenstein“, in Archiv für Hessische Geschichte 67 (2009) 291-311
</p><p>2. Luise Markert: „In Memoriam Dan Hauenstein“, Druckerei G. Bischof&Sohn, Maintal, 1994
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Einzelnachweise">Einzelnachweise</h2></div>
<ol class="references">
<li id="cite_note-1"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-1">↑</a></span> <span class="reference-text">Daniel Hauenstein: <i>Daniel Hauenstein stellt aus</i>. In: Kinzig Wacht vom 7. März 1942</span>
</li>
<li id="cite_note-2"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-2">↑</a></span> <span class="reference-text"><span class="cite"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.gdk-research.de/de/obj19362155.html"><i>Oberst Mölders — Die Großen Deutsche Kunstausstellungen 1937 – 1944/45.</i></a><span class="Abrufdatum"> Abgerufen am 27. Mai 2023</span>.</span><span style="display: none;" class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Adc&rfr_id=info%3Asid%2Fde.wikipedia.org%3ADan+Hauenstein&rft.title=Oberst+M%C3%B6lders+%E2%80%94+Die+Gro%C3%9Fen+Deutsche+Kunstausstellungen+1937+%E2%80%93+1944%2F45&rft.description=Oberst+M%C3%B6lders+%E2%80%94+Die+Gro%C3%9Fen+Deutsche+Kunstausstellungen+1937+%E2%80%93+1944%2F45&rft.identifier=https%3A%2F%2Fwww.gdk-research.de%2Fde%2Fobj19362155.html"> </span></span>
</li>
<li id="cite_note-3"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-3">↑</a></span> <span class="reference-text"><a rel="nofollow" class="external free" href="https://www.gdk-research.de/de/obj19360330.html">https://www.gdk-research.de/de/obj19360330.html</a></span>
</li>
<li id="cite_note-4"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-4">↑</a></span> <span class="reference-text">Leonhard Tomczyk: <i>Der Bildhauer Dan Hauenstein</i>. In: Archiv für Hessische Geschichte 67 (2009), 298</span>
</li>
<li id="cite_note-5"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-5">↑</a></span> <span class="reference-text"><i>Der Bildhauer Dan Hauenstein wird am Sonntag 75 Jahre alt</i>. Hanauer Anzeiger, 23. August 1969</span>
</li>
<li id="cite_note-6"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-6">↑</a></span> <span class="reference-text">Hans Oehlschläger, „Ein Hanauer Bildhauer stellt aus“, in Kinzig Wacht, 12. März 1942 </span>
</li>
</ol>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Weblinks">Weblinks</h2></div>
<ul><li><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.lagis-hessen.de/pnd/141190736"><span style="font-style:italic;">Hauenstein, Dan.</span></a> Hessische Biografie. In: <i><a href="Landesgeschichtliches_Informationssystem_Hessen" title="Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen">Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen</a></i> (LAGIS).</li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="https://ofb.genealogy.net/famreport.php?ofb=bad_orb&ID=I68372&nachname=HAUENSTEIN&modus=&lang=de">Ortsfamilienbuch Bad Orb Dan Hauenstein, </a></li></ul>
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Normdaten (Person): <a href="Gemeinsame_Normdatei" title="Gemeinsame Normdatei">GND</a>: <span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://d-nb.info/gnd/141190736">141190736</a></span> | <a href="Virtual_International_Authority_File" title="Virtual International Authority File">VIAF</a>: <span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://viaf.org/viaf/120806603/">120806603</a></span> | </div>
</div></div>
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